Schnarchst du noch oder schläfst du schon?

Erholsamer Schlaf dank spezieller Zahnschiene

Wenn es um das Thema ,Schnarchen’ geht, denken wir meist an das männliche Geschlecht. Doch, dass fast nur Männer schnarchen, ist ein weitverbreiteter Irrtum: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS) schnarchen zehn Prozent der Männer und immerhin fünf Prozent der Frauen ab 30 Jahren. Mit zunehmendem Alter steigen die Zahlen sogar deutlich an. Bei den über Sechzigjährigen sind es dann schon 60 Prozent der Männer und Frauen kommen auf stolze 40 Prozent[1]. Das nächtliche „Sägen“ hält aber nicht nur Nebenfrau und Nebenmann von einem erholsamen Schlaf ab, es ist obendrein auch ein gesundheitliches Problem.

„Studien zeigen, dass obstruktives Schnarchen – also ein wiederholter teilweiser Verschluss der oberen Atemwege – das Risiko für Bluthochdruck, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöht“[2], so Dr. -medic stom. (RO) Diana Svoboda MSc, MSc, ärztliche Leiterin der diPura Fachklinik für Zahnästhetik und Implantologie in Essen. Die Ursachen für das Schnarchen sind vielfältig und können z. B. in einer Kieferfehlstellung, dem Alter, Übergewicht oder erschlaffter Muskulatur liegen. Übrigens gehen Frauen und Männer recht unterschiedlich damit um: Frauen reagieren viel umsichtiger im Umgang mit ihrem Partner, stupsen ihn nachts nur sanft an, ohne ihn dabei wecken zu wollen. Männer sind oft etwas rabiater und neigen dazu, die schnarchende Partnerin wachzurütteln. Die Folgen sind, neben schlechter Stimmung, vor allem Müdigkeit und Trägheit am nächsten Morgen. Das kann sich nicht nur negativ auf die Gesundheit auswirken, sondern auch auf die berufliche Leistungsfähigkeit und die Partnerschaft. „Im Gegensatz zu Männern fällt es schnarchenden Frauen offenbar sehr schwer, über ihr Problem zu sprechen. Daher werden sie auch seltener therapiert, obwohl jedes Schnarchen medizinisch abgeklärt werden sollte“, berichtet die Expertin. „Wenn Hilfsmittel wie Nasenpflaster oder Schlafmasken das Schnarchen nicht stoppen können, hat sich das Tragen von speziellen Anti-Schnarchschienen bestens bewährt“, weiß Dr. Diana Svoboda. Um das Problem abzustellen, ist daher nicht immer gleich eine Operation notwendig.

Wieso schnarchen wir überhaupt?

Beim Schnarchen liegt eine Blockade der Atemwege vor. Durch die Muskelentspannung im Schlaf kommt es zu einem erschlafften Gaumensegel oder zu einer Absenkung des Unterkiefers und der Zunge. Dadurch verengen sich die Atemwege im Rachen, es kann zu Schnarchgeräuschen sowie einer Apnoe, also kurzen Atemstillständen, kommen. Das Blut transportiert nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Dadurch wird der Körper alarmiert, das Gehirn sorgt für Schlafunterbrechungen. Außerdem spielen Alkoholkonsum oder die Einnahme von Medikamenten, Übergewicht und Erkältungen eine Rolle für die Schnarchintensität. Wie können spezielle Schnarchschienen Abhilfe schaffen? „Die individuell angefertigten Anti-Schnarchschienen werden nachts auf die Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer gesetzt und im Front- oder Seitenzahnbereich fixiert“, erklärt die Expertin. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schnell und einfach das Schnarchen dadurch verhindert werden kann.“

Per Schiene zu erholsamen Nächten

Bei leichten bis mittelschweren Atemaussetzern wird die intra-orale Schnarchschiene gegen das Schnarchen eingesetzt. Durch die Fixierung des Unterkiefers am Oberkiefer soll bei 96 Prozent der Rückenschnarcher das Problem abgestellt und Atemaussetzer gestoppt werden. „Da mit der Zahnschiene die Sauerstoffversorgung nachts wieder problemloser funktioniert und die Patienten somit entspannter aufwachen, sind sie im Alltag wieder konzentrationsfähiger“, erläutert Dr. Svoboda. „Schnarchschienen sind sehr fein justierbar, klinisch bewährt und sehr langlebig“, führt die Expertin aus. Die Kosten für eine solche Anti-Schnarchschiene liegen bei 750 bis 1.000 Euro. Nach Abnahme der Zahnabdrücke wird sie innerhalb weniger Tage angefertigt und dem Patienten optimal angepasst. So können Nutzer bereits nach kurzer Zeit wieder schnarchfrei schlafen.

[1] https://www.dgzs.de/patienten/

[2] Peppard PE, Young T, Palta M, Skatrud J. (2000). Prospective study of the association between sleep-disordered breathing and hypertension. New England Journal of Medicine