Zahnfleischpapillen aufbauen

 „Unser Zahnfleisch wächst leider nicht mehr nach, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, Lücken zwischen den Zähnen zu schließen“

Zu einem schönen Lächeln gehören nicht nur strahlende und gesunde Zähne, auch das Zahnfleisch spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn sich durch den Verlust der Zahnfleischpapillen schwarze Dreiecke zwischen den Zähnen zeigen, ist das ein ästhetischer Makel, den viele gerne korrigieren möchten. Neben der ästhetischen Beeinträchtigung kann es darüber hinaus auch zu phonetischen Veränderungen kommen, wenn die Papillen im Frontzahnbereich verloren gehen und sich ein Pfeifen in der Aussprache bemerkbar macht.

 

Warum können die Zahnfleischpapillen verloren gehen?

Bei einer Parodontitis kommt es zu einem Knochenverlust, der den Abstand zwischen der Knochenobergrenze zwischen den Zähnen und den Zahnkronen vergrößert. „Die Zahnfleischpapillen, die diesen Raum ausfüllen, können das bei einer zu starken Knochenrückbildung nicht mehr leisten und gehen verloren. Es zeichnet sich ein „schwarzes Dreieck“ zwischen den Zähnen ab“ erklärt Dr.-medic stom. (RO) Diana Svoboda MSc, MSc. Darüber hinaus können auch weitere Ursachen zum Verlust der Zahnfleischpapillen führen, wie beispielsweise nekrotisierende ulzerierende parodontale Erkrankungen, bei denen es ein typisches Symptom ist. Auch nach parodontalchirurgischen Maßnahmen, wie etwa durch eine ungünstige Schnittführung oder Wundheilung, kann es dazu kommen. Ebenso sind Zahnlücken oder Zahnfehlstellungen, die einen zu großen Abstand zwischen den Zähnen erzeugen, mögliche Ursachen.

 

Welche Möglichkeiten gibt es, sie wieder aufzubauen?

Einmal verloren gegangenes Zahnfleisch wächst leider nicht mehr nach, jedoch gibt es verschiedene zahnchirurgische Möglichkeiten, entstandene Lücken wieder auszufüllen und das Zahnfleisch aufzubauen. Wichtig ist, bei Zahnfleischschwund so früh wie möglich eine medizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Eine Behandlungsmethode bei einer Zahnfleischrezession ist die sogenannte Verschiebelappenplastik: Hierbei wird gesundes Zahnfleisch durch eine spezielle Technik an die betroffene Stelle regelrecht „verschoben“. Um anwachsen zu können, wird es mittels einer kleinen Naht fixiert. Unter Umständen wird auch ein Bindegewebstransplantat verwendet, sollte nicht ausreichend gesundes Zahnfleisch in dem Bereich vorhanden sein.

Eine weitere Möglichkeit ist die Tunneltechnik: Dabei wird das Zahnfleisch vom Knochen gelöst und ein Spaltlappen im Gewebe – ähnlich eines Tunnels – angelegt. Dieser Tunnel wird mit einem Transplantat aus Bindegewebe des Gaumens gefüllt und vernäht.

Auch eine Unterspritzung des Zahnfleischgewebes mit Hyaluronsäure, bisher eher aus der Faltenbehandlung bekannt, findet hier Anwendung. Allerdings kommen für die Option nur kleine bis mittlere Lücken infrage und das Ergebnis ist nicht dauerhaft, da sich die Säure über mehrere Monate abbaut. Es ist jedoch ein minimal-invasiver Eingriff, der nach Bedarf wiederholt werden kann.

„Wer von derartigen Eingriffen absehen möchte, für den ist auch der Einsatz von Keramik eine mögliche Lösung: mithilfe von Veneers können die entstandenen Lücken verkleinert werden, so dass die Papillen diese wieder ausfüllen können. Wir beraten unsere Patienten ausführlich und individuell zu den für sie optimal geeigneten Optionen“, ergänzt Dr.-medic stom. (RO) Diana Svoboda MSc, MSc. Bei nur kleineren Defekten erweisen sich bereits Keramikfüllungen als hervorragende Behandlungsoption. Sind Zahnlücken oder Zahnfehlstellungen die Ursache, sodass zu große Abstände zwischen den Zähnen für die schwarzen Dreiecke verantwortlich sind, können durch den Einsatz einer Zahnspange die Zähne wieder zusammengeführt werden, um die Lücken zu schließen.

Um Zahnfleischschwund und einer Parodontitis von vornherein vorzubeugen, sind die regelmäßigen Routine-Untersuchungen zwei Mal im Jahr sehr wichtig: So werden Probleme im Mundraum früh erkannt und können nachhaltig behandelt werden. Auch eine professionelle Zahnreinigung ist bei einer leichten und frühzeitig erkannten Gingivitis bereits ausreichend, um diese rückgängig zu machen.